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Babyfreundliches Krankenhaus
 
Im Jahr 1991 haben die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk der vereinten Nationen (UNICEF) gemeinsam die Initiative Baby-Friendly-Hospital (BFHI) gegründet. Ziel ist es, die Bedingungen für das Stillen zu verbessern und alle Mütter zum Stillen zu ermutigen. (Ausschließliches Stillen nach Möglichkeit in den ersten 4-6 Lebensmonaten, mit anschließender Gabe von ausreichender und geeigneter Beikost und zusätzlichem Weiterstillen, solange Mutter und Kind es wünschen. Empfohlen wird das Stillen bis über das 2. Lebensjahr hinaus.)

Um das Ziel der Stillförderung zu unterstützen, gibt es weltweit rund 16.000 "Babyfreundliche Krankenhäuser" in 119 Ländern. Seit 1994 ist die Initiative auch in Deutschland unter dem Namen "Babyfreundliches Krankenhaus" vertreten. Kliniken, die die internationalen Bewertungskriterien für Babyfreundliche Krankenhäuser erfüllen, werden mit einer Anerkennungsplakette ausgezeichnet.
       

                                                                   plakette
                                                    Plakette "Babyfreundliches Krankenhaus"          
                                                    mit dem Motiv der stillenden Mutter von
                                                    Pablo Picasso.

Die Bewertungskriterien setzen sich zum einen aus den "Zehn Schritten zum erfolgreichen Stillen" und zum anderen aus den Bestimmungen des "WHO-Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten" zusammen.

1. Internationaler Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten
    Dieser Kodex wurde 1981 in Zusammenarbeit von WHO und UNICEF erstellt.
    Ausschlaggebend dafür war die Zunahme von Flaschenernährung in den
    Entwicklungsländern, die dort immer noch eine hohe Säuglingssterblichkeit
    durch Unterernährung und Infektionen bewirkt. Das Ziel des Kodex ist der
    Schutz und die Förderung des Stillens weltweit.

2. Die zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen:
      1. Es liegen schriftliche Richtlinien zur Stillförderung vor, die dem gesamten Pflegepersonal in regelmäßigen
           Abständen nahe gebracht werden.
      2. Das gesamte Mitarbeiterteam wird in Theorie und Praxis so geschult, dass es die Richtlinien zur
           Stillförderung mit Leben erfüllen kann.
      3. Alle schwangeren Frauen werden über die Vorteile und die Praxis des Stillens informiert.
      4. Es wird den Müttern ermöglicht, ihr Kind innerhalb der ersten halben Stunde nach der Geburt anzulegen.
      5. Den Müttern wird das korrekte Anlegen gezeigt und erklärt, wie sie ihre Milchproduktion - auch im Falle
           einer Trennung von Ihrem Kind - aufrechterhalten können.
      6. Neugeborenen Kindern werden weder Flüssigkeiten noch sonstige Nahrung zusätzlich zur Muttermilch
           gegeben, wenn es nicht aus gesundheitlichen Gründen angezeigt scheint.
      7. Es wird Rooming-in praktiziert - Mutter und Kind dürfen Tag und Nacht zusammenbleiben.
      8. Die Mütter werden zum Stillen nach Bedarf ermuntert.
      9. Man gibt gestillten Kindern keinen Gummisauger oder Schnuller.
    10. Die Entstehung von Stillgruppen wird gefördert, und die Mütter werden bei der Entlassung aus der Klinik
            oder Entbindungseinrichtung mit diesen Gruppen in Kontakt gebracht.

Aus:
Deutsches Komitee für UNICEF: Informationen für Krankenhäuser, "Stillfreundliches Krankenhaus", Köln 1997.

Babyfreundliche Krankenhäuser in (bitte klicken):

                                                       
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