Wenn Babys übermäßig viel schreien...

Bild von Doula Velma

Wenn Babys übermäßig viel schreien.................

kann das die unterschiedlichsten Ursachen haben. Sind medizinische Ursachen durch den Kinderarzt/die Kinderärztin ausgeschlossen worden, mag die Erleichterung darüber bis zur nächsten Schreiattacke anhalten, doch spätestens dann scheint die Welt wieder unterzugehen oder zumindest wünscht sich manche Mutter das dann als Ausweg.

Schreiende, unruhige, unglückliche, fordernde Babys bringen sich selbst und ihre Eltern oftmals über den Rand der Verzweifelung. Eine Spirale aus Schlafmangel, Erschöpfung, schlechtem Gewissen, Hilflosigkeit und Traurigkeit dreht sich wild in dem Haus des neuen Erdenbürgers.

Oftmals hilft der Weg zu einem Osteopathen/einer Osteopathin, die dem Kind und der Mutter sanft helfen kann. Bei lang andauernden Geburten, bei denen der Druck der Wehen lang auf den Schädel des Kindes lag oder bei schweren ,großen Kindern, die lange im Geburtskanal waren, kann es sein, dass die Wirbelsäule Hilfe braucht. Kinder, die mittels Kaiserschnitt oder mit einer Saugglocke auf die Welt kamen benötigen ebenfalls häufig diese Hilfe.

Sind diese Möglichkeiten alle in Betracht gezogen worden, dachte man an Nahrung, Gifte aus neuen Möbeln, Pupse und noch mehr und so gar nichts scheint die Ursache zu sein, ist die Mutter meist soweit, dass sie betroffen sieht, sie versteht ihr Baby einfach nicht. Sie tut 24h am Tag alles für ihr Kind, aber es schreit, stößt sich mit den Füßen von ihr ab und schaut sie noch nicht einmal an. In diesem Zustand kommen Mütter, junge Familien häufig in unsere Praxis.

Die Zwei „verstehen“ sich nicht. Ihre Bindung funktioniert nicht, sie können sich nicht ver- binden miteinander und jeder der Beiden trudelt unsicher umher, erlebt Streß, Angst, Wut, Verzweifelung, Einsamkeit. Lauter heftige Gefühle, die zwangsläufig heftige körperliche Reaktionen veranlassen. Die körperlichen Reaktionen auf Streß sind Aausschüttungen von Hormonen, die uns in Kampf- oder Fluchtbereitschaft versetzen. Da wir aber weder durch Kämpfen, noch durch Flüchten diese Hormone wieder loswerden können, steckt die Mutter also dann schon rein körperlich in einer schlechten Lage. In einem solchen körperlichen Zustand ist der Mensch nicht bindungsfähig. Das Kind erlebt seinen Körper auch so und versucht das alles durch sein Schreien loszuwerden. Die Mutter traut sich und ihren Instinkten nicht mehr und verliert die Bindung zu sich selbst und somit ist es nicht mehr möglich die Bindung zu ihrem Kind aufzubauen.

Die Auslöser dafür sind vielfältig.
Sie können einmal in der vorangegangen Lebenszeit der Mutter liegen, es kann die Geburt selbst der Auslöser sein, Streß in der Partnerschaft ist oftmals eine Möglichkeit, ein zu kurz oder gar nicht eingehaltenes Wochenbett bringt häufig Probleme, Schwierigkeiten während der Schwangerschaft sind auch oft zu benennen, dominante Großeltern erschweren nicht selten die Situation, mangelnder Selbstwert bei der jungen Mutter und und und.......

Da wir diese vorangegangenen Auslöser jedoch nicht mehr verändern können, arbeiten wir an der aktuellen Situation, intervenieren in der akuten Krise.

Wir arbeiten in unserer Praxis mit großem Erfolg unter anderem in Anlehnung an die „Emotionelle Erste Hilfe“ ( Thomas Harms, Bremen). Wir helfen Müttern sich selbst wiederzufinden, sich selbst zu spüren, um ihren Kindern die Sicherheit zu geben, die sie brauchen. Wir unterstützen Familien darin sich besser zu strukturieren, die Bedürfnisse jedes einzelnen wahrzunehmen und gemeinsam zu überlegen, was zur Entlastung der Mutter getan werden kann.

Es geht nicht um Schuld, sondern darum, aus dieser Spirale wieder herauszukommen. Wie im Text zuvor kurz erklärt, passiert so viel in diesen Situationen, dass das Ganze ein Selbstläufer wird, den eine Familie in den seltensten Fällen alleine bremsen kann.

Die Frauen, die zu uns kommen, fühlen sich nach anfänglicher Scham darüber, dass sie wirklich üble Gedanken gegenüber ihrem Baby hegen oftmals sehr erleichtert, dass ausdrücken zu können und dann zu erfahren, dass sie nicht allein sind mit diesem Problem.

„Ich dachte niemand sonst hat so ein Baby, draußen sehe ich nur glückliche Mütter und friedliche Babys“

- Na klar, denn die anderen verstecken sich in ihren Häusern, aus Angst eine schlechte Mutter zu sein, aus Angst vor der nächsten Schreiattacke, deshalb, weil sie um 4h nachmittags noch immer nicht geschafft haben unter die Dusche zu gehen, weil immer wenn sie es versuchen das Baby wieder schreit. Oder sie sitzen weinend, sich selbst eingeschlossen im Bad, um sicher zu gehen, dass sie ihrem Baby nichts antun.

Wird an der Bindung zwischen Mutter und Kind nicht gearbeitet, kann es später zu ernsthaften Störungen in der psychischen Entwicklung des Kindes kommen, bis hin zu schweren psychischen Störungen. Auch kann es diesen Kinder im Erwachsenenalter nicht möglich sein Beziehungen zu anderen aufzubauen.

Die Möglichkeit an einer Bindung zu arbeiten ist nie zu spät, doch sicher ist es sehr viel einfacher es im Säuglingsalter getan zu haben, so bleiben Kind und Mutter viel Leid erspart.

Die Begleitung erfolgt in der Regel nur über einige Wochen, eine Besserung der Situation ist meist schon nach wenigen Treffen zu erwarten.

Hilfe im Raum NRW können betroffenen Frauen und Familien bei uns finden:

Praxis
Manuela Schneider (Heilpraktikerin Psychotherapie) &
Nicole Velma Tenié ( Doula, Bindungsarbeit & Körperarbeit, Elternberatung)
45147 Essen
Tel: 0201 6171428
Tel: 0201 6171430

E- Mail: meinedoula-nrw@web.de und schwangerschaft-und-krise@web.de

www.schreibaby-essen.de
www.schwangerschaft- und-krise.de