Die ersten Tage in der Klinik

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Die ersten Tage in der Klinik

Di., 02/05/2019 - 17:52
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Die Zeit nach der Geburt gehört voll und ganz dem Neugeborenen. Im Durchschnitt verlassen die Mütter sogar sehr kurz danach die Klinik wieder. Die Mehrheit der frischgebackenen Mütter gehen schon nach drei Tagen mit ihrem Baby nach Hause.

Wenn ein Kaiserschnitt durchgeführt werden musste, bleiben die Mütter etwas länger in der Klinik. In der Frauenklinik fühlen sich die Mütter gut beschützt. Denn die Phase gleich nach der Geburt ist doch etwas sensibel.

Die Rolle der Mutter

Die Frau muss sich in ihrer Rolle als Mutter erst finden und die Geburt war bei vielen doch recht anstrengend. Im eigenen Heim, in den eigenen vier Wänden, beginnt der tägliche Alltag dann schnell genug. Wenn man zum ersten Mal eine Geburt erlebt, sind viele Fragen offen. Dies gilt übrigens auch für die werdenden Väter.

Im Krankenhaus war es einfacher

Kliniken, die einen "Rund-um-die-Uhr"-Betrieb haben, sind hier glasklar von Vorteil. Hebammen, Ärzte, Kinderkrankenpflegerinnen sowie -pfleger, sind hier immer erreichbar. Auch Stillberaterinnen sind in solchen Kliniken immer im Einsatz. Alle medizinischen Kräfte geben wertvolle Tipps rund um das Thema Neugeborenes.

Probleme nach der Geburt

Bei vielen Frauen reißt bei der Geburt der Damm auf und danach wird die Wunde oft genäht. Andere Frauen haben hier Glück und es kommt während der Geburt zu keinem Dammriß. Eine Wunde muss nach der Geburt versorgt werden. Hebammen geben gerne über alle auftretenden Fragen Auskunft. Sie unterstützen die Mutter nach bestem Wissen und Gewissen.

Die Versorgung des Kindes ist in einer Klinik gewährleistet und die ersten Untersuchungen beginnen auch schon hier. Bei manchen Frauen kommen nach einer Geburt Depressionsgefühle auf. Auch hier kann eine Hebamme unterstützend wirken. In der Geburtsklinik brauchen die Mütter sich um nichts sorgen. Auch der Alltag zuhause ist noch weit fort und diese Zeit genießen viele Mütter. Die ersten paar Tage nach der Geburt sollte man die Konzentration voll und ganz auf sein Baby lenken.

Wie schaut der Tagesablauf in der Klinik aus?

Nun sind die Mütter sogenannte Wöchnerinnen und sie liegen meist in Ein- sowie Zweibettzimmern. Den Luxus eines Familienzimmers hat man auch in vereinzelten Kliniken. In solchen Zimmern kann sich die Familie zusammen auf das neue Baby einstimmen. Auch Geschwister des Babys können hier untergebracht werden. Die ersten Tage werden in diesem Familienzimmer absolut harmonisch und die Familie fühlt sich sehr nahe.

Ein Familienzimmer wird allerdings nicht von der Krankenkasse getragen. Diese Zimmer sind privat zu bezahlen. Der Tagesablauf wird von der Mutter alleine gestaltet. Im Großen und Ganzen können sich die Mütter selbständig auf ihr Baby konzentrieren und es versorgen. Wenn eine Stillhilfe benötigt wird, dann kann sich die Mutter jederzeit an die Hebamme wenden.

Rooming In

In der heutigen Zeit ist das "Rooming-In" gang und gäbe. Das Neugeborene ist in einem Bettchen gleich neben seiner Mutter untergebracht. Eine Mutter möchte ihr Baby normalerweise auch keine Sekunde aus den Augen lassen. Somit ist das Kind immer in der Nähe der Mutter und so kann das "Bonding" von der ersten Sekunde an beginnen. Daneben gibt es aber dennoch ein eigenes Säuglingszimmer.

In diesem Raum sind die Kinderkrankenpflegerinnen für die Säuglinge zuständig, wenn die neue Mama Ruhe braucht. Jeden Tag kommt ein Arzt zur Visite. Die Visite dient der Sicherheit der Mütter bei allen Fragen rund um ihr Kind. Hier, in der Klinik, kommt es auch zu den ersten Untersuchungen.

Welche Untersuchungen sind Standard?

Als Standard Untersuchungen werden die folgenden bezeichnet:

  • Hörscreening
  • U 1 bis zu U 3

In den Kliniken können die Mütter auch an Rückbildungsgymnastikkursen teilnehmen. Diese werden von nahezu allen Krankenhäusern angeboten.

Die Geborgenheit und mütterliche Nähe zählen jetzt

Wenn es zum ersten Kontakt der Eltern mit ihrem Kind kommt, sollen weitestgehend keine Medizinroutinegriffe störend wirken. In den meisten Kliniken gibt es das Prädikat "babyfreundlich". Es ist das Qualitätssiegel schlechthin für geburtenfreundliche Kliniken.

Ab der ersten Sekunde hat das Neugeborene Hautkontakt zu seiner Mutter. Die Stillbetreuung ist sehr effektiv und intensiv. Es arbeiten spezielle Fachkräfte hierfür in einer Klinik. Wenn die Geburt ohne Komplikationen verlaufen ist, erfolgt sogleich das Brust anlegen des Kindes. Dies kann auch nach einer Kaiserschnittgeburt erfolgen, wenn die Mutter nicht zu schwach ist. Diesen Hautkontakt zwischen Mutter und Baby nennt man "Bonding".

Denn die Beziehung zur Mutter wächst in der Tat vom ersten Moment an. Das Kind bekommt hier das wichtige Urvertrauen mit dem ersten Atemzug. Durch das Saugen an den Brustwarzen der Mutter werden beim Säugling Endorphine ausgeschüttet. Das sind spezielle Glückshormone und die Hormone Prolaktin sowie Oxytocin werden ebenfalls ausgeschüttet. Diese Hormone sind für die wichtige Milchbildung verantwortlich.

Hormone und Plazenta

Durch diese Hormone kann sich auch der Mutterkuchen besser lösen. Die Untersuchung, das Abmessen, das Wiegen oder Anziehen des Kindes können warten. Am besten behält die Mutter das Baby auf ihrem Bauch oder nahe bei sich. Nachdem die Plazenta, die sogenannte Nachgeburt, aus dem Bauch der Frau herauskam, werden beide versorgt. Beide werden auf die Wochenstation gebracht, wo sie die nächsten Tage verbringen.

Eine Plazenta
Die Plazenta

 

In vielen Kliniken gibt es extra Unterstützungspersonal, die der Mutter das Kennenlernen ihres Babys genau erklären. Die Auszeit vom Alltag soll für die Mutter angenehm sein. Das Glücksgefühl, ein Bündel neuen Lebens in Händen zu halten, soll ohne Spannungen genossen werden.